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Das Himmlische Jerusalem

527 Jerusalem 20pDie hier gezeigte Ikone entstammt aus dem Mosaik der Kirche Santa Maria Maggiore, 5. Jhd., und ist im Original mit Glassteinen und Blattgold auf einem Bogendurchgang gearbeitet. Auf dem gegenüberliegenden Bogen ist analog dazu das Himmlische Bethlehem gezeigt.
Auf der rechts abgebildeten Ikone wurde das Gold auf einem “wilden”, nur sehr wenig behandeltem Holz gefertigt, sodass die Struktur der Jahresringe unter dem Gold und der Malerei noch nachvollziehbar sind.

Beide dargestellten Städte gleichen einander in ihrem formalen Aufbau und bilden zusammen einen linken und rechten Torbogen.

In dieser frühchristlichen Mosaikgestaltung wird ein bedeutsames Element der östlichen Ikonenmalerei deutlich:
Dargestellt wird nicht unsere Realität, sondern die Himmlische Welt Gottes.
So wurde diese Stadtmauer mit Edelsteinen und Perlen besetzt und vollständig auf goldenem Grund mit goldbelegten Glassteinen gestaltet. Gold wird als Symbol des Höchsten, der Transzendenz,  verstanden.

Offenbarung 20,10-11: Und Er entrückte mich im Geist auf einen großen Berg und zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herniederstieg in der Herrlichkeit Gottes. Ihr Licht gleicht einem kostbaren Stein, wie kristallheller Jaspis. ... Offenbarung 20,18: Der Bau ihrer Mauer war aus Jaspis, und die Stadt war lauteres Gold, rein wie Kristall. ...

An dieser Stelle wird besonders schön deutlich, wie genau Ikonen die Worte der Bibel wiedergeben, weshalb man diesen Aspekt gern mit den Worten betont: “Ikonen werden nicht gemalt, sondern geschrieben.” Doch gehen wir weiter in die Betrachtung der Ikone:

Die Schafe stehen vor der Stadt auf einer satten Wiese. Jeder weiß, dass sich um die Stadt Jerusalem eine wüstenähnliche Region erstreckt, aber wir erblicken hier die vollkomme Welt Gottes.
Die Stadt wird durch Gebäude und Dächer angedeutet. Deutlich tritt neben den von Säulen getragenen Tempeln das hellbeige Kuppelgebäude der Grabstätte Christi hervor. Auf der Ikone sind mehrere Gbäude mit jeweils vier Säulen zu sehen. Dies könnte uns auf die Mosaischen Stiftshütten hinweisen. Vielleicht fallen uns noch andere Verbindungen dazu ein. Ikonen werden auch als  Ansprache an unser Unbewusstes, besser: “das noch nicht Bewusstes”  begreiflich.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Mosaik-Original im Vergleich zu meiner Arbeit schauen möchten, dann wechseln sie doch einmal mit diesem Link auf meine noch nicht fertige Website “Zeitreise mit Ikonen

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