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Jesus Christus, die Leben spendende QuelleDie Leben spendende Quelle - Ikone

Jesus Christus und die Mutter des Herrn, Maria thronen an zentraler Stelle auf dieser wundervollen Ikone aus dem 16. Jahrhundert. Die Vorlage zu dieser Arbeit stammt aus dem Kloster des Heiligen Nikolaus “O Spanou”. Das Kloster befindet sich auf einer Insel eines Sees mitten auf dem Festland im Nordwesten Griechenlands.

Die Leben spendende Quelle wird hier dargestellt als ein übergroßer Kelch in Funktion eines Brunnens, aus dem zwei Ausgänge nach unten hervorragen. Aus diesen zwei Öffnungen strömen die lebensspendenden Wasser. Wer genau hinschaut, kann darin klares Weiß und rotes Blut ausmachen.

Frage: Auf welcher Ikone kommen diese Einzelheiten noch vor? Denken Sie an die Kreuzigung. Auf vielen Ikonen dieses Typus entspringen aus der Wunde an der Körperseite Jesu zwei Strahlen: Blut und Serum. Blut und Serum aus Christi WundeDie Wunde wurde hervorgerufen durch die Speerspitze des Hauptmannes Longius. Heute wird diese als die “Heilige Lanze” verehrt.

Auf der Ikone “Die Leben spendende Quelle” finden wir also dieses Detail des Blut und Serum wieder. Hier im Kontext der Heilkraft und Heilung, denn unterhalb dieser Quelle sitzen viele Menschen. Das es sich bei diesen ausschließlich um Männer handelt, ist mir erst viel später aufgefallen! Vielleicht hätte ich ein oder zwei Frauen “hineinmogeln” sollen? Lebenspendende Quelle Detail2Brauchen Frauen keine Heilung? Aber so ist es mit der Ikonenreproduktion: Der Ikonenmaler hält sich an das Urbild. Apropo Urbild: Gefunden habe ich die Vorlage in einem griechischen Buch voller Abbildungen byzantinscher Ikonen. Diese Vorlage entstammt einer Wandmalerei, einem Fresko. Es ist eine sehr seltene Abbildung, die ich nirgends woanders entdecken konnte. Und es freut mich immer ganz besonders, diese alten, kaum bekannten Motive neu zu beleben.

Lebenspendende Quelle Detail3Eine Gruppe Menschen sitzen je links und rechts von der kelchartigen Quelle. Drei Gesichter sind auf der linken Seite auszumachen und zwei Gesichter auf der rechten Hälfte (vom Betrachter der Ikone aus gesehen). Es sind aber viele Menschen damit gemeint, denn hinter den klar erkennbaren Figuren sind noch einige Köpfe im Anschnitt angedeutet. Alle abgebildeten Menschen haben ihr Antlitz nach oben zu der Quelle und den Strahlen der Heilkraft ausgerichtet. Die linke vordere Person ist sich der Heiligkeit dieses Moments voll bewußt, denn sie hält ihre Hände ehrfurchtsvoll unter dem Gewand verhüllt. Im allgemeinen sind es alte Männer, die sich der Heilkraft zuwenden, denn sie tragen alle graue Bärte. Nur im Hintergrund der zwei Gruppen lassen sich braune Haare ausmachen, die für jünere Charaktere stehen.

 Lebenspendende Quelle Detail1In dem weit ausladenden Kelch, der zugleich die Quelle symbolisiert, sitzen Jesus Christus und seine Mutter Maria in mitten. Maria sitzt hinter ihrem Gottessohn und hält ihre geöffneten Hände in der typisch anbetenden Weise am Körper erhoben. Christus, in Erscheinung eines Kindes, sitzt vor ihr und segnet mit beiden Händen nach unten, den Menschen zu. Kelch und Christus sind mit feiner Goldmalerei hervorgehoben, ebenso die Bordüre am Rande des Stoffes vom Gewand der Gottesmutter, welches mit den drei typischen Jungfrauensternen besetzt ist, sowie den Verzierungen an ihren Ärmeln, die ebenfalls in feiner Goldmalerei gearbeitet wurden.

Lebenspendende Quelle Kerzen(2)Hinter dem Maria/Christus-Paar sind 2x2 - macht in Summe vier große, brennende Kerzen zu erblicken. Sie laden uns ein, über die Zahl vier zu meditieren. An was denken Sie, liebe Leser und Leserinnen, wenn Sie in diesem Zusammenhang an die vier denken? Jedem mag da spontan etwas in den Sinn kommen, und genau diese “Einfälle”, persönliche (!) Einfälle tragen unsere Wahrnehmung, unsere derzeitig wesentliche Wahrnehmung mit Gottes Kraft in die richtige Richtung. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht, beim Betrachten von Ikonen und dem sinnieren dabei. Kein Gedanke zwingt sich dabei auf, und das ist auch nicht beabsichtigt. Ikonen sind ein Fenster zur Wirklichkeit, zu der für jeden Einzelnen gerade anstehende Wahrnehmung der Wirklichkeit. Geht man dem nach, gibt man dem Raum, können Ikonen ein wunderbares Mittel zur Selbstwahrnehmung, zu Erkenntnis und innerem Wachstum sein.

 Lebenspendende Quelle BlumenEin Wort zu den Bergen - und zu der Höhle, die sich darunter auftut. Das Eine bedingt das Andere, um erkannt zu werden. Die Höhle ist voller Dunkelheit, und die Berge stehen inmitten von Dunkelheit, sind selbst jedoch voller Licht! Auf den strahlenden, treppenförmigen Felsen reflektiert das innere, das göttliche Licht. Dieses Licht lässt die Blumen erblühen innere Kristalle beginnen zu strahlen! Die Bergspitzen sind in heilkräftiges Grün getaucht. Und wirklich, diese Ikone hat eine ganz besondere Ausstrahlung, da diese Bergspitzen mit feinstem Malachit lasiert wurden. Wer sich mit Heilsteinen auskennt, weiß, dass gerade dem Malachit große Heilkraft zugesprochen wird.

Als ich nämlich an der Ikone arbeitete hatte ich das große Glück, dass mir eine Malschülerin das Herstellen von eigenen Farbpigmenten aus bestimmten Steinen zeigte. So kam das Malachit zu mir! Und ich konnte es also gleich anwenden, das war mir eine große Freude, denn der leichte Lasurton des Malachit gibt der Ausstrahlung der Ikone eine ganz besondere Note, die sie vorher in der Weise ja nicht haben konnte.

Malachit anreiben Und wieder zeigt sich: Die Dinge kommen zu einem, wenn man dafür bereit ist. Nimm dies wahr, denn es ist ein Teil deiner Heilung, genauso wie es bei mir war. Für mich war es ein ganz persönliches Zeichen, dass ein persönlicher Prozess nun vollendet werden konnte und ich danke Gott dafür! Manchmal bekommen wir Geschenke aus der geistigen Welt als Dank für unsere Bemühungen um Wahrheit und Heilung - wir müssen sie nur erkennen. Halleluja.

 

 

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